Heimat- und Geschichtsverein

von 1984 Gittelde e.V.

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Alte Berufe und Handwerkskunst kennengelernt

18 Aussteller präsentierten ihr Handwerk auf dem zweiten Handwerker- und Hobbymarkt des Heimat- und Geschichtsvereins Gittelde.

Gittelde. Auch der zweite Handwerker- und Hobbymarkt, organisiert vom Heimat- und Geschichtsverein (HGV) Gittelde, zog am vergangenen Sonntag wieder viele Besucher auf den ehemaligen Schulhof vor der Heimatstube in Gittelde. 18 Aussteller hatte das Team des HGV für den Nachmittag gewinnen können, die ihre Handwerkskunst präsentierten, wie etwa Heike Kratzin aus Nienstedt, die am Spinnrad demonstrierte, wie aus der Schafwolle ein Knäuel zum Stricken oder Häkeln entsteht. Frederik Uhde zeigte, wie aus Fichtenstämmen Osterfackeln gemacht werden und Petra Utermöller aus Bad Sachsa erklärte interessierten Besuchern die Kunst des Holzmodel-Drucks. Dazu wird mit einem Schwämmchen pasteuse Farbe auf den sogenannten Model aufgetragen. Traditionsgemäß wird dabei blaue Farbe auf weißem Stoff verwendet. Das Ergebnis ist bis 60 Grad waschbar. „Das ist eine ganz alte Technik“, so Utermöller „und wurde auch das Sticken der armen Leute genannt“. Neben Holzarbeiten, Blumengestecken, selbstgemachten Ringen und Ketten sowie selbsthergestelltem Honig und Lederwaren waren mit Karl-Heinz Wessel und Jörg Meister auch die Salzsieder von Salzderhelden vor Ort, die das alte Handwerk des Salzsiedens mit einer Siedepfanne demonstrierten. Die beiden arbeiten ehrenamtlich im Kultur-Förderkreis Salzderhelden für das Industriedenkmal Alte Saline, in dem immer noch zu musealen Zwecken Sole aus der Tiefe gefördert wird. Salz sei das weiße Gold des Mittelalters gewesen, so Meister, denn früher wurde zum Haltbarmachen viel Salz benötigt. Die Saline aus dem Jahr 1757 am westlichen Ortseingang von Salzderhelden wurde 1963 stillgelegt. Heute ist nur noch der Bohrturm II mit der alten Technik vorhanden sowie der Solebehälter vorhanden. Mit einer Bohrung erreichte man 1859 eine Tiefe von 380 Metern und konnte fortan Sole mit einem Salzgehalt von 26 Prozent fördern.

Die Idee, einen Markt zu veranstalten, sei damals entstanden, um mehr Bürgernähe zum Verein entstehen zu lassen und den Einwohnern Geschichte zum Anfassen zu bieten, so der erste Vorsitzende des HGV, Olaf de Vries. Dieser dankte den Ausstellern für ihre Zuverlässigkeit. Die Organisation habe viel Spaß gemacht, weil so viele helfende Hände sich daran beteiligt hätten. Auch dankte er der Kirchengemeinde für die Unterstützung und die Nachbarschaftshilfe. Beim Ausschank der Getränke sowie am Kuchenbuffet und am Grill engagierten sich die Reservisten und der Junggesellenklub. Ebenso mit einem Stand vertreten war der SoVD und das DRK. Am Nachmittag überreichte die Schützengesellschaft dem HGV ein Tscherper-Messer zur Erinnerung an das 525. Jubiläum des Schützenfestes im Juni diesen Jahres. hn

Modeldruck

Die Kunst des Holzmodel-Drucks präsentierte Petra Utermöller. Die alte Technik galt früher als Stricken der armen Leute.

Osterfackeln

Frederik Uhde zeigte, wie aus Fichtenstämmen Osterfackeln entstehen.

Salzsieder

Jörg Meister und Karl-Heinz Wessel vom Industriedenkmal Alte Saline in Salzderhelden demonstrierten das Salzsieden in einer Siedepfanne und informierten über die Jahrhunderte alte Handwerkskunst.

Spinnrad

Vom Schaf zur Wolle: Heike Kratzin aus Nienstedt saß am Spinnrad und ließ Wollknäuel entstehen.                                               Alle Fotos Herma Niemann.