Heimat- und Geschichtsverein

von 1984 Gittelde e.V.

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Tagesfahrt zum Panoramamuseum Bad Frankenhausen

Der Heimat- und Geschichtsverein bietet am 06. Oktober 2018 eine Tagesfahrt zum Panoramamuseum Bad Frankenhausen an.

Abfahrt ist um 8:15 am Feuerwehrgerätehaus. Nach der Führung durch das Museum fahren wir zum Kaffeetrinken nach Limlingerode. Die Mittagspause ist am Bus.

Im Fahrpreis enthalten ist der Eintritt und die Führung durch das Museum.

Weitere Auskünfte und Anmeldung bei Harald Hartje, Tel.: 05327/ 5149

Anmeldeschluss ist der 21.07.2018

Auf den Spuren der Thüringer Heerstraße

Rundgang1Uwe Kipp vom Heimat- und Geschichtsverein Gittelde beim historischen Rundgang durch den Flecken auf den Spuren der alten Thüringer Heerstraße

Der Heimat- und Geschichtsverein hatte zu einem historischen Rundgang durch Gittelde eingeladen / 40 Teilnehmer waren dabei
...von Herma Niemann

Über eine große Beteiligung von rund 40 Interessierten konnte sich am Sonnabend der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) Gittelde freuen, der erneut zu einem historischen Rundgang durch den Flecken eingeladen hatte. Das Thema des diesjährigen Rundgangs war die „Thüringer Heerstraße“, die zur Zeit von Karl dem Großen im 8. Jahrhundert während der Sachsenkriege entstanden ist. Uwe Kipp vom HGV führte die Gruppe zu wichtigen Punkten im Ort und erklaürte die jeweiligen Besonderheiten.
Zu der Zeit sei die Gegend sehr dünn besiedelt gewesen, erläuterte Kipp. Allerdings habe es schon die Orte Wulften, Dorste, Förste und Gittelde gegeben. Die genaue Lokalisierung der Heerstraße sei nicht einfach, weswegen Kipp sich auf die Ergebnisse der Wegeforschung von Dietrich Denecke stützte. Den groben Verlauf dürfe man von Nürnberg kommend, über Wulften, Dorste, Förste und Gittelde vermuten, wobei auch Parallelwege vorhanden gewesen sein sollen.
 
Später im 18. Jahrhundert sei die Heerstraße links der Markau durch die Neustadt verlegt worden. In der zweiten Haülfte des 14. Jahrhunderts sei auch die Zahlung eines Wegezolls üblich gewesen, der zum Schutz der Kaufleute und eventuell auch zum Wegebau verwendet wurde. Auf der Thüringer Heerstraße habe es teilweise auch einen Straßenzwang gegeben, das heißt, bestimmte Kaufleute waren gezwungen, diese Straße zu benutzen. Orte an dieser Fernstraße durften das Marktrecht ausüben.
 
Am Kriegerdenkmal an der St. Johannes Kirche sei im Mittelalter der Ortseingang verlaufen, so Kipp. Ausgrabungen aus den 1950er Jahren hatten Reste eines Kaiserhofs aus der Karolinger Zeit zum Vorschein gebracht. Die Johanneskirche sei die Kapelle des Kaiserhofs (Erzbistum Mainz), im Besitz der Luidolfinger, gewesen. Da der Turm massiv und sehr groß war, könne man darauf schliessen, dass dieser als Wehrturm angelegt wurde. Den weiteren Verlauf der Heerstraße von Badenhausen/Hindenburg kommend, vermutet man in Richtung Schlungwasser und Teichhuütte, weiter in Richtung Liesenbrink in Fahrtrichtung Erfurter Straße bis zum Kaiserhof. Dies könne jedoch nur bis etwa 950 so gewesen sein, so Kipp. Im 11. Jahrhundert entstand die Stauffenburg, womit die Festung Gittelde an Bedeutung verlor. Der Kaiserhof wurde im Jahr 1444 von den Göttingern zerstört, die einen gefangenen Göttinger Bürger in Gittelde vermuteten. Auch der Rest Gitteldes wurde hierbei von den Göttingern gebrandschatzt.
 
Angekommen am ehemaligen Alten Brauhaus in der Breiten Straße berichtete Uwe Kipp von der Zeit der Schutzgilde, die Herzogin Elisabeth von Braunschweig im Jahr 1492 ins Leben gerufen hatte, um die Wehrhaftigkeit zu zeigen und erhalten. Einige dieser Regelungen seien noch lange bis in unsere Zeit erhalten geblieben. Das Fest, das die Bürger feiern wollten, habe immer zu Pfingsten stattgefunden, so wie heute noch die Schützenfeste in Schwiegershausen und Förste. Die Herzogin spendete damals einen versilberten Löwen als Kleinod. Unter anderem heißt es in den Gildeartikeln der Herzogin, dass am Tage vor dem Schießen noch einmal die Trommeln in Gittelde geschlagen und die Gildemitglieder vom Trommler durch Ausrufen aufgefordert werden, sich zur Teilnahme am Schießen und Feiern an Ort und Stelle einzufinden. Dem entspricht das sogenannte „Locken“ mit Trommeln und Pfeifen mit dem
Stück „Kamerad komm“. Leider habe der Spielmannszug diese schöne, alte Tradition nicht mehr in seinem Programm, so Kipp.
Auf Nachfrage einer Teilnehmerin berichtete Kipp, dass es in Gittelde mit den beiden Kirchen auch zwei Kerne des Ortes gegeben habe. Der untere mit der Johanneskirche gehörte zum Erzbistum Mainz und der obere mit der St. Mauritius Kirche zu Magdeburg. „Wegen dieser Aufteilung mit den beiden Ortskernen ist Gittelde wahrscheinlich nie zur Stadt geworden“, so Uwe Kipp.

Rundgang2

Rundgang3

Wertvolles Siegel für Heimatstube

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v.l.: Die zweite Vorsitzende Lotte Luck und der Vorsitzende Olaf de Vries mit Wolfgang Böhm und seiner Frau

Seltenes Handwerkssiegel aus privater Sammlung bereichert jetzt die Ausstellung

Ein weiteres wertvolles Exponat bereichert seit kurzem die Heimatstube des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV) Gittelde. Denn am vergangenen Sonnabend konnte der Vorsitzende Olaf de Vries ein Petschaft, ein sogenanntes Handwerkssiegel, von Wolfgang Böhm aus Fuldabrück bei Kassel entgegen nehmen.

Ein Petschaft (das Petschaft, fälschlich auch die Petschaft) ist ein Stempel aus einem harten Material, der geeignet ist, ein Siegel in eine Siegelmasse (zum Beispiel Siegellack) einzudrücken. Ein solches herzustellen, oblag früher einem eigenen Beruf, dem Petschierer.

Das Petschaft ist dabei von üblichen (Siegel-)Stempeln für Papier zu unterscheiden, die das Siegel auf einer gummiartigen Fläche tragen, die über ein Stempelkissen mit Farbe benetzt wird. Anschließend wird solch ein Stempel auf das Papier gedrückt und hinterlässt dort ein Abbild des Siegels.

Dieses übergebene Siegel aus dem Jahr 1745, das Wolfgang Böhm zusammen mit einer großzügigen Spende überreichte, trägt die Umschrift „Die Zimmer undt Schiwegd in Gittelde-Handtwercksigel“, also „Die Zimmerleute und Schieferdecker in Gittelde-Handwerkssiegel“.

Wolfgang Böhm wurde im zweiten Weltkrieg aus Kassel evakuiert und kam zu Verwandten nach Gittelde, wo er in Zenkers Haus in der Breiten Straße wohnte. Böhm ging auch in Gittelde zur Schule. Nachdem sein Vater aus der Kriegsgefangenschaft heimgekommen war, zog die Familie wieder zurück nach Kassel.

„Ich habe an Gittelde noch viele schöne Erinnerungen“, so Böhm, sodass er irgendwann den Entschluss fasste, sein vor längerer Zeit erworbenes Siegel dem HGV für die Ausstellungsräume zur Verfügung zu stellen. Dieses Angebot nahm der HGV nur zu gern an, da dieses außergewöhnliche Siegel jetzt eine bisher unterrepräsentierte Epoche der Ausstellung ausfüllen wird.

Bei der Verwendung eines Petschaft gibt es kein Stempelkissen. Ein Petschaft besteht aus einem harten Material, in das ein Siegel eingraviert ist. Es wird in eine zuvor aufgetragene, weiche Masse wie Wachs oder warmer Siegellack gedrückt und hinterlässt dort einen meist erhabenen Abdruck des Siegels.

Petschafte finden heute vor allem in Bereichen mit starkem Geheimnisschutz, insbesondere dem militärischen Bereich, Verwendung. Während ein Schlüssel für einen Schrank oder eine Kassette weitergegeben oder auch nachgefertigt werden kann, ist das Petschaft einer bestimmten Person zugeordnet und darf nicht aus der Hand gegeben werden.

Oftmals ist ein modernes Petschaft nur mit einem sehr kurzen Stiel versehen, der gerade zwischen zwei Fingerkuppen passt. Oft ist der Stiel auch mit einem Loch versehen, um das Petschaft am Schlüsselbund zu befestigen.

von Herma Niemann

 

Mitglieder des HGV trafen sich zum Arbeitseinsatz an der Heimatstube

Einige Mitglieder des HGV trafen sich zum Arbeitseinsatz an der Heimatstube, um dem Holzwurm, der zahlreiche Exponate im Stall befallen hatte, den Kampf anzusagen.

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Einblicke in die Schule von früher

Die dritten Klassen der Grundschule Gittelde machten einen Ausflug in die Heimatstube und erfuhren viel Interessantes über das frühere Schulleben.

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Gittelde. „Das sieht ja aus wie im Mittelalter“, rief ein Junger gleich humorvoll bei der Ankunft vor der Heimatsstube des Heimat- und Geschichtsvereins Gittelde (HGV). Im Rahmen ihres Unterrichtsthemas „Schule früher und heute“ machten die beiden dritten Klassen am Montag und Mittwoch einen Ausflug in die Heimatsstube, um Einblicke in das Schulleben von früher zu erfahren und die Unterschiede zum heutigen kennen zu lernen. Ausgestattet mit Block , Stift und ganz vielen Fragen wurden die beiden Klassen jeweils in Zweiergruppen aufgeteilt durch die Räume der Heimatstube, in der früher die Schule war, geführt. Die Führungen übernahmen die Mitglieder des HGV Werner Hartmann, Klaus Starfinger, Brunhilde Nickisch, Karola Hennig und Horst Ahrens. Am Mittwoch begrüßte Ahrens die Klasse 3b vor dem ehemaligen Schulgebäude, wo er den Schülern sogleich etwas ganz besonderes erzählen und zeigen konnte, nämlich dass die Riefen an der Außenwand daher rühren, dass man früher Griffel zum Schreiben benutzte. Da es jedoch keine Anspitzer gab, habe man die Griffel an der Hauswand angespitzt, so Ahrens. Im ersten Innenraum durften sich die Kinder gleich auf die hölzerne Schulbank setzen und sich die Schulutensilien von früher, wie die Brottasche, Ranzen und Tuschkasten, genauer ansehen. Ein bisschen hart und eng sei es auf der Bank, sagten die Schüler, fanden die Aktion aber dennoch gut. Die Fragen hatten sie sich bereits vorher im Unterricht notiert , und konnten diese nun bei Horst Ahrens los werden, wie etwa, wie lang so ein Schultag früher war, wie lang der Schulweg war und ob es wirklich früher Ohrfeigen vom Lehrer gegeben habe. Dazu berichtet Ahrens, dass man früher noch sehr großen Respekt vor den Lehrern hatte und diese auf der Straße am besten schon von weitem gegrüßt hatte. Ohrfeigen habe es des Öfteren gegeben, wenn man etwas falsch gemacht oder sich respektlos verhalten habe. „Ich selbst habe etliche Ohrfeigen bekommen“, so Ahrens humorvoll „aber wahrscheinlich war jede davon berechtigt“. Im Nebengebäude der Heimatsstube konnten sich die Schüler die landwirtschaftlichen Geräte und die alten Küchengeräte anschauen, und erhielten so einen Einblick wie früher gekocht, Kuchen gebacken und gearbeitet wurde. Hier berichtete Werner Hartmann unter anderem darüber, wie man selbst Butter herstellte, nämlich durch das Trennen von Milch und Sahne, die anschließend in ein Butterfass geschüttet und so lange gedreht oder gerührt wurde, bis diese fest war und anschließend gepresst wurde.hn

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Sehr interessiert zeigten sich die dritten Klassen der Grundschule bei der Erkundung der Heimatstube des Heimat- und Geschichtsvereins Gittelde

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Selbst mal auf einer alten Schulbank zu sitzen und Einblicke in das frühere Schulleben zu gewinnen hat den Schülern besonders gut gefallen

(Fotos: Herma Niemann).