Heimat- und Geschichtsverein

von 1984 Gittelde e.V.

Heimat- und Geschichtsverein
Gittelde von 1984 e.V.
37539 Bad Grund

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Highlights 2020

Zum Jahreswechsel 2019/2020 konnte noch niemand ahnen, dass uns in diesem Jahr eine Pandemie erreichte, die das öffentliche und private Leben derart bestimmt hat, wie wir das seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr erlebt haben.

Ein in der chinesischen Stadt Wuhan erstmals Ende 2019 aufgetauchte Virus SARS-CoV-2, kurz „(neuartiges) Coronavirus“ genannt, führte dort zu einer Lungenkrankheit unbekannter Art. Das Virus breitete sich weltweit rasant aus und wurde in Deutschland am 27. 01. erstmals in Bayern beim Autozulieferer Webasto nachgewiesen. Dieses dem SARS-Erreger ähnlichen Virus wurde als Auslöser der Krankheit Covid 19 identifiziert. Bereits am 30. 01. stufte die Weltgesundheitsorganisation WHO die Krankheit Covid 19 als „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ein.

 In Gittelde begann das Jahr noch in gewohnter Weise, das öffentliche Leben war geprägt von den Jahreshauptversammlungen der Vereine. Beim Harzklub Zweigverein Gittelde gab es einen Wechsel im Vorstand. Stephan Goedecke wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt, und löste damit Kathrin Czepak ab, die in den vergangenen vier Jahren das Amt ausgefüllt hatte.

 Im Februar fand der traditionelle Neujahrsempfang des Ortsrates Gittelde in der Pistolenhalle der Schützengesellschaft Gittelde statt. Zur Unterhaltung hatte die Tanzgruppe des MTV „Little Mix“ zwei Auftritte, die von sehr viel Beifall begleitet wurden. Besonders geehrt wurden folgende Sportler für ihre Leistungen im vergangenen Jahr:

 MTV Gittelde:

  • Anabel Wiegand, Leon Hahn, Luca Finn Hahn, Lennart Heidrich, Sophie Löding, Fine Neitzel, Jannes Münnich, Lena Rohrmann, Lasse Wachsmuth, Amelie Wiegand, Elena Wiegand, Linn Winter, Mia Kumm;
  • als Team Charlotta Heidrich, Nele Köster, Fine Neitzel, Lena Sawatzki, Anabel Wiegand, Trainerin Ursula Kaufmann;
  • Jonathan Scherr, Lasse Wachsmuth.

TTK Gittelde-Teichhütte:

Nicolina Warnecke-Raake, Angelika Loch, Martina Starke, Mario

Brauner, Matthias Galle, Friedrich Giesecke, Klaus Fischer, Sascha Hartmann, Frank

Schünemann, Rüdiger Starke; Gabriele Klapproth, Anke Limberg, Jutta Wiese, Torsten

Warnecke, Wolfgang Weber, Finn Dröge, Aaron Ludwig, Elias Ludwig, Jannis Mai, Malte

Niemann, Maiko Steffien, Trainer Jürgen Niemann.

Schützengesellschaft Gittelde:

Andrea Kipp, Andreas Wiedemann, Erika Schmoll, Hanna Steckhan, Hans-Heinrich Knocke, Ingo Schikorra, Karin Schindler, Karsten Lau, Klaus Köhler, Leander Friedrich, Matthias Mylius, Paul Philipp, Sandra Otte, Silke Lau, Thomas Lorenz, Ursula Köhler, Wolfgang Grudziecki, Tom Pietsch, Henry Hausmann, Zoe Schikorra, Charlotte Schalitz, Janine Luck, Janet Heuer, Elisa Härtel, Marlon Flügge, Lea Schikorra.

Besonders geehrt wurden die Bürger:

  • Hans-Joachim Brünig für 20 Jahre Vorstandsarbeit beim Förderverein der Feuerwehr
  • Herbert Naumann für 40 Jahre Vorstandsarbeit bei der Feldmarkinteressenschaft
  • Rolf Möhrs für über 60 Jahre Engagement im Spielmannszug Gittelde
  • Ursel und Werner Schaper sowie Horst Ahrens für langjährige federführende
  • Arbeit im Arbeitskreis Ältere Bürger.

 

Am 01.03. war das Coronavirus in Niedersachsen angekommen und

am 10. 03. wurde der erste Fall einer Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus aus dem Altkreis Osterode für den Landkreis Göttingen festgestellt. Am selben Tag wurde Covid 19 von der WHO als Pandemie eingestuft.

Am 15.03. wurde in der Gemeinde Bad Grund ein Mitglied der 1. Herren des SV-Viktoria Bad Grund als infiziert gemeldet.

Bereits einen Tag zuvor wurden seitens des Landkreises Großveranstaltungen ab 100 Personen verboten.

Am 16.03 wurden die Bürger durch die Gemeinde über die Schließung aller öffentlichen Einrichtungen inklusive der Schulen und der Kindertagesstätten informiert. Ein weitergehender Lockdown mit der Schließung aller Restaurants, Hotels und Geschäfte, die nicht lebensnotwendige Artikel führen, schloss sich

am 17.03. an. Ebenfalls wurden Zusammenkünfte in Vereinen, Sportstätten und Kirchengemeinden verboten. Diese Allgemeinverfügung sollte bis zum 18. April gelten.

Am 23.03. wurden private Treffen im öffentlichen Raum eingeschränkt.

 Somit blieben die Jahreshauptversammlungen der Vereine, der Büttengottesdienst der Kirchengemeinde Gittelde und der Neujahrsempfang des Ortsrates die letzten größeren Veranstaltungen für die Gittelder Bürger im Jahr 2020. Danach folgten über das Jahr hinweg nur noch Absagen geplanter und traditionell wiederkehrender Veranstaltungen, dessen trauriger Höhepunkt die Absage des Schützen- und Volksfestes war, das nun vom 25. bis 28. Juni 2021 gefeiert werden soll.

 Die zunächst empfohlenen und später verpflichtenden AHA-Hygieneregeln (Abstand halten, Hygiene beachten und im Alltag Maske tragen) führten dazu, das in vielen Haushalten Masken genäht wurden. Die ab Ende April auch in Niedersachsen eingeführte Maskenpflicht im öffentlichen Raum wurde am EDEKA-Markt in Teichhütte durch Verteilen von Einwegmasken durch Herrn Gärtner, aber auch den DRK Ortsverein unterstützt, der selbst genähte Masken für eine Spende zugunsten des Kindergartens herausgab.

 Auch in der Gemeinde Bad Grund verbreitete sich das Coronavirus rasant, in den meisten Fällen mitgebracht aus dem Skiurlaub in Tirol. In der Zeit vom 15.03. bis zum 19.04. stieg die Zahl der Infizierten von 0 auf den Höchststand von 45. Ab dem 28.06. galten diese Menschen als genesen.

Seit dem 05. 05. gab es dann erste Lockerungen, beginnend mit den Öffnungen der Schulen und Kindertagesstätten. Für die Bürger wurden unter Einhaltung ausgefeilter Hygienekonzepte wieder Restaurantbesuche, Vereinssport, Gottesdienste und sogar Urlaub möglich, aber auch Treffen mit Menschen aus mehreren Haushalten wurde wieder erlaubt. Großveranstaltungen blieben verboten. Am 21.05. hat es den ersten Gottesdienst zu Himmelfahrt gegeben, unter freiem Himmel und unter strengen Hygienebedingungen. Am 23.06. kehrten die Gittelder Kinder in ihren DRK-Kindergarten „Rappelkiste“ zurück.

Obwohl das Coronavirus das Leben stark einschränkte ist dennoch einiges aus Gittelde zu berichten:

Der Stollengarten hat eine Info-Tafel zum Mundloch des Ernst-August-Stollens aus dem von der UNESCO geförderten Geopark-Objekt bekommen und ist somit als Teil des Geoparks sichtbar geworden. Zudem wurde das Eingangsportal zum Stollengarten durch die Betreuungsinitiative der Gemeinde Bad Grund restauriert. Diese Maßnahme wurde finanziell durch den Heimat- und Geschichtsverein unterstützt. Zwischenzeitlich musste der Stollengarten gesperrt werden, da ein schwerer Ast einer Buche abgebrochen war und daraufhin der gesamte Baumbestand überprüft werden musste.

 In 14m Höhe auf dem ehemaligen Schornstein der Molkerei wurde auf Initiative der Viehwaage-Genossenschaft und des Heimat- und Geschichtsvereins ein Storchennest errichtet.

Erste Auswertungen des von Nikolai Simon-Hallensleben erstellten Leerstandskatasters hat für Gittelde und Teichhütte 31 leerstehende Gebäude ausgewiesen, akut vom Leerstand bedroht seien 79 Häuser. Besonders sichtbar wurde das in Gittelde in der Langen Straße, wo aufgrund herabfallender Ziegel und Backsteine auf die davor befindliche gemeindeeigene Grünfläche die nähere Umgebung notgedrungen entlang der Straße abgesperrt werden musste.

In der zweiten Jahreshälfte baute die Deutsche Bahn die beiden Bahnübergänge am Gittelder Bahnhof im Zuge der Modernisierung der Stellwerktechnik um. Der Bahnübergang bei Firma Galke wurde verschoben und die Vorfahrt geändert, um die Zufahrt großer LKW zu erleichtern.

55 Kinder wurden im August in die Grundschule Gittelde und der Außenstelle Eisdorf eingeschult. Leider musste der Gottesdienst und der Umzug mit dem Spielmannszug Gittelde coronabedingt ausfallen.

 Auf dem Gelände der Grundschule zur Planstraße wurde ein Pavillon errichtet. Er soll als „grünes Klassenzimmer“ genutzt werden. Dank einer Spende von Sabine Knauer wurde in dessen Nähe ein Insektenhotel in Kooperation des Nabu und der Jugendwerkstatt aufgestellt. Dort soll ein Natur-Schulhof entstehen. Auf dem Schulhof wurde ein durch den Schulförderverein und der IKEA-Stiftung finanziertes Spielgerät aufgestellt.

In Teichhütte wurde in einem ersten Bauabschnitt die Fassade des Wittestifts saniert. Am Nebengebäude links neben dem Haupthaus wurden die Putzflächen und die Schuppentüren instand gesetzt. Die Maßnahmen haben insgesamt 151.000 Euro gekostet, die zu 73 Prozent mit Mitteln aus der Dorferneuerung gefördert wurden. Für den zweiten Bauabschnitt, bei dem die Außenanlagen saniert werden sollen, wird demnächst der Förderantrag auf den Weg gebracht. Dann sollen die beiden maroden Garagen abgerissen und stattdessen Carports gebaut werden.

Allen Vereinen und Privatpersonen, die das Gemeindezentrum anmieten, steht auch die Küche in den Räumen des Heimat- und Geschichtsvereins zur Verfügung. Da diese allerdings schon aus den 1980er Jahren stamme, sei sie in die Jahre gekommen und müsse im Zuge der schon angelaufenen Umgestaltung des Gemeindezentrums renoviert und erneuert werden. Der Energieversorger Harz Energie und die Stiftung der Sparkasse Osterode unterstützten die Renovierung mit einer Spende.

Die Adventsfeier vom Arbeitskreis Ältere Bürger Gittelde musste coronabedingt ausfallen, dennoch sollte es für die älteren Mitbürger eine Überraschung geben. Deshalb wurden 339 Weihnachts-Geschenktüten gepackt und verteilt.

 Auch die Feuerwehr musste wieder zu einigen Einsätzen ausrücken:

  • Im April musste die FFW Gittelde zu einem Flächenbrand ausrücken. Der Einsatzort lag im Waldstück Welt, westlich von Gittelde gelegen. Hier brannte es vor fast einem Jahr schon einmal.
  • Im Mai brannte ein Komposthaufen. Dank aufmerksamer Nachbarn wurde die Rauchentwicklung entdeckt, bevor Schlimmeres passieren konnte - der Kompost grenzte direkt an eine Scheune!
  • Im November wurde die Feuerwehr zu einem Zimmerbrand in der Thüringer Straße gerufen. Ursächlich war wohl ein Fettbrand bei der Essenszubereitung.
  • Im Dezember war die Feuerwehr gleich zweimal gefordert. Zum einen musste ein Brand bei einem Recyclingunternehmen in der Bahnhofsstraße bekämpft werden, zum anderen gab es einen Zimmerbrand in Teichhütte. Ein vorgehender Trupp unter Atemschutz konnte glücklicherweise schnell Entwarnung geben: Angebranntes Essen war die Ursache für die Rauchentwicklung.

Mit einem vom Amtsgericht Osterode am Harz erlassenen richterlichen Beschluss haben Ermittler des Zentralen Kriminaldienstes Göttingen zusammen mit Beamten verschiedener Dienststellen der Polizeiinspektion Göttingen das Wohnhaus sowie mehrere Fahrzeuge eines 37 Jahre alten Mannes in Gittelde durchsucht. Waffen wurden gesucht - Cannabis wurde gefunden.

Im November verstarb Günter Cloppenburg im Alter von 66 Jahren bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für den Kirchenvorstand plötzlich und völlig unerwartet. Er war über lange Jahre 1. Vorsitzender des SoVD-Ortsverband Gittelde.

Ab Oktober war wieder ein Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus zu verzeichnen und läutete so die zweite Infektionswelle ein. So stieg die Zahl der Infizierten seit dem 16.10. in der Gemeinde Bad Grund von 45 (Höchststand im Frühjahr) auf 81 Ende Dezember. Am 26. Oktober wurde im LK Göttingen der Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb 7 Tagen überschritten und erste verschärfte Coronamaßnahmen folgten. Am 30.10 lag der Inzidenzwert bereits über 50. Kontaktbeschränkungen auf maximal zehn Personen aus zwei Haushalten folgten. Der bundesweit nicht zu stoppende Anstieg der Infektionszahlen führte letztlich zum zweiten Lockdown, der bis auf kleine Erleichterungen bei der Kontaktbeschränkung zu Weihnachten über den Jahreswechsel hinaus anhielt. Unter diesen Umständen sagten einige Vereine schon jetzt viele ihrer Veranstaltungen für das Jahr 2021 ab. Lediglich der bald zu erwartende Impfstoff und die Einrichtung zweier Impfzentren in Göttingen und Herzberg für den Landkreis Göttingen waren kleine Hoffnungsschimmer für ein besseres Jahr 2021.

 

Das Ortschronistenteam

Lotte Luck, Brunhilde Nickisch und Uwe Kipp

Eingangstor zum Mundloch des Ernst-August-Stollens restauriert

Die BIG übernahm die Arbeiten und erhielt vom Heimat- und Geschichtsverein eine Zuwendung.

 

Gittelde. Rund ein halbes Jahr hat es gedauert, aber jetzt erstrahlt das Eingangsschild zum Mundloch des Ernst-August-Stollens in Gittelde wieder in neuem Glanz. Auf Anregung des Ortsbürgermeisters von Gittelde und Vorsitzendem des Heimat- und Geschichtsvereins, Olaf de Vries, hatte das engagierte Team der Betreuungsinitiative der Gemeinde Bad Grund (BIG) im vergangenen Herbst das Tor abgebaut, um es zunächst zu trocknen. Das Holz musste mehrfach von Hand abgeschliffen und mit wetterbeständigem Bootslack neu gestrichen werden. Ebenso wurde der Dachüberbau erneuert. Hilfe beim Transport und beim Aufstellen erhielt das Team von Klaus Starfinger und seinem Traktor. Für die Sanierung des Eingangstores, das einmal von dem ehemaligen Bürgermeister Karl Weiß gebaut wurde, erhielt die BIG von der stellvertretenden Vorsitzenden Lotte Luck vom Heimat- und Geschichtsverein Gittelde eine Spende in Höhe von 500 Euro überreicht. hn

                               Klaus Starfinger half mit seinem Traktor beim Transport und beim Aufstellen des Mundloch-Tores.

                               Das Tor zum Eingang des Geländes zum Mundloch des Ernst-August-Stollens wurde von der BIG restauriert.

 

Andacht in der Karwoche 2020 aus der St. Mauritius-Kirche zu Gittelde mit Pfarrerin Melanie Mittelstädt

In Zeiten von Corona, wo Zusammenkünfte und somit auch Gottesdienste zum Schutz von uns allen verboten sind, ist es uns ein Anliegen, auf die Onlinandacht zur Karwoche unserer Pfarrerin Melanie Mittelstädt aufmerksam zu machen. Sie finden die Andacht auf dem Youtube-Kanal des Pfarrverbandes Gittelde mit Münchhof unter folgendem Link:

https://youtu.be/6F9ijZcZCQw

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen.

Für die Inhalte der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich!

Tagesfahrt nach Magdeburg am 9.5.2020

Liebe Mitglieder, liebe Freunde,
leider muss ich euch mitteilen, dass die Fahrt aus den naheliegenden Gründen verschoben werden muss! Ich bin mir sicher, dass Ihr das auch schon vermutet hattet, ist doch aus Gründen der Verantwortung kein anderes Handeln möglich!
Aber: Der Ersatztermin wurde schon festgelegt und zwar findet (Stand heute) die Fahrt am 17.10.2020 statt!
Das Programm und die Dauer bleibt unverändert!
Solltet Ihr nicht ausdrücklich absagen,gelten die Anmeldungen zur Fahrt weiterhin! Ich hoffe Ihr bleibt dabei!
Also verbleibe ich mit Guten Wünschen für Euch und Eure Lieben und den besten Wünschen für Eure Gesundheit.


Mit freundlichen Grüßen
Olaf de Vries
1. Vorsitzender Heimat und Geschichtsverein Gittelde

Markttreiben auf dem Alten Schulhof

Der Heimat- und Geschichtsverein Gittelde hatte zum Hobby- und Handwerkermarkt eingeladen.

Gittelde. Das Handwerk zeigte sich am Samstag von seiner schönsten Seite. Bereits zum dritten Mal hatte der Heimat- und Geschichtsverein Gittelde (HGV) zum Hobby- und Handwerkermarkt auf den Alten Schulhof eingeladen. 16 Aussteller waren bei bestem Sommerwetter dabei und präsentierten ihre vielfältigen und kreativen Angebote. Verspielte Körnerkissen in bunten Farben, Taschen, Schmuck und kreative Ton-Dekorationen, Honig, alles wurde selbst hergestellt und liebevoll präsentiert. An einem Stand konnten sich die Gäste anschauen, wie aus Schafwolle ein Knäuel zum Stricken oder Häkeln entsteht. Die Kunst des Holzmodel-Drucks war auch an einem Stand vertreten. Bei dieser Drucktechnik wird mit einem Schwämmchen pasteuse Farbe auf den sogenannten Model aufgetragen. Traditionsgemäß wird dabei blaue Farbe auf weißem Stoff verwendet. Das Ergebnis ist bis 60 Grad waschbar. Auch die Salzsieder aus Salzderhelden waren wieder mit dabei und demonstrierten das alte Handwerk des Salzsiedens mit einer Siedepfanne. Wer wollte, konnte sich beim DRK Ortsverein Gittelde den Blutdruck, den Blutzucker und den Sauerstoffgehalt im Blut messen lassen. Zur Belohnung durfte jeder Teilnehmer am Glücksrad drehen und etwas gewinnen. Für einen Hingucker sorgte der noch junge Verein „Feuerwehr Oldtimerfreunde Flecken Gittelde“. Der Verein hatte ein altes Feuerwehrfahrzeug aus dem Jahr 1955 dabei. Zum ersten Mal war in diesem Jahr Rita Kotschate mit einem Stand vertreten. Die Seesenerin hatte in der Zeitung darüber gelesen und sich sofort angemeldet. „Der Markt ist toll organisiert, und ich wurde von den Organisatoren sehr herzlich empfangen“. Kotschate bot verspielte Türstopper, Eierwärmer und Babyartikel an. Während des Tages wurden auch Führungen durch die Heimatstube angeboten, wo sich die Besucher einen Einblick über die zahlreichen Haushalts- und Landwirtschaftsexponate verschaffen konnten. Auch wenn aufgrund der heißen Temperaturen die Verweildauer nicht lange war, zeigte sich der HGV und auch die Aussteller mit der Resonanz zufrieden.

Der Vorsitzende des HGV, Olaf de Vries, drückte seine Freude über den großen Zuspruch aus.

"Wenn man Aussteller begrüßen kann, die mit Engament hinter ihrem Hobby stehen, macht es natürlich auch Spaß so einen Markt auszurichten. Und wenn man dann noch bei den Reservisten und beim Junggesellenklub Hunger und Durst löschen kann, steht einem schönem Nachmittag nichts mehr im Wege. Ein grosser Dank auch an die Gäste aus Nah und Fern, die trotz "Schwimmbad Wetter" den Weg zu uns gefunden haben". hn

TonkleinVerspielte Ton-Dekorationen.
LederwarenkleinHandgemachte Lederwaren.
SalzsiederkleinAm Stand der Salzsieder war auch viel los.
DRKkleinBeim DRK konnte man sich unter anderem den Blutzucker messen lassen.
GruppeVereinkleinDie „Feuerwehr Oldtimerfreunde Flecken Gittelde“ hatte ein Feuerwehrfahrzeug aus dem Jahr 1955 mitgebracht und stellten sich vor.
Fotos Herma Niemann

6.000 Objekte warten geduldig auf Erfassung

Der Heimat- und Geschichtsverein Gittelde will seine Ausstellungsstücke katalogisieren

HGV5

Gittelde. Wer als Hobby-Sammler schon einmal vor der Aufgabe gestanden hat, seine Lieblingsstücke zu katalogisieren, um eine gewisse Ordnung hinein zu bekommen, der kann sich vielleicht vorstellen, was es heißt, ein ganzes Museum zu erfassen. Das ist eine Mammutaufgabe. Umso mehr noch für Ehrenamtliche, die dies in ihrer Freizeit für die Öffentlichkeit tun. So geschieht es gerade in Gittelde in der Heimatstube in der Schulstraße beim Heimat- und Geschichtsvereins (HGV). Der Verein hat sich auf die Fahnen geschrieben, die rund 6.000 Exponate nach dem Hessischen System zu katalogisieren. 6.000 Exponate. Bisher sind rund 300 erfasst. Von der antiken Kaffeetasse bis hin zum Gittelder Pfennig: Im Heimatmuseum sind viele schöne Ausstellungsstücke vorhanden, die einen Einblick in frühere Zeiten geben. Die Katalogisierung soll mit einigen Mitgliedern des HGV in Form eines Findbuchs in der sogenannten „Hessischen Systematik“ erfolgen. Diese ist eine deutschsprachige Systematik, die von und für kulturhistorische Museen erstellt wurde und vom Hessischen Museumsverband gepflegt wird. Die Dokumentation ist online abrufbar und besteht aus 18 Hauptgruppen. Zudem erlaubt sie zukünftig die Zusammenarbeit mit anderen Museen. So können Exponate nach bestimmten Suchkriterien gefiltert werden, wie etwa Bergbau oder Fischerei, und man kann sich so die Orte anzeigen lassen, wo sich im Museum die gesuchten Dinge befinden. Zum Erfassungs-Team gehören neben Uwe Kipp auch Horst Ahrens, Lotte Luck, Karin Blume-Gebhardt, Hannelore Beckmann, Brunhilde Nickisch und Karola Hennig. Die Arbeit erfolgt in Zweier-Teams, einer sagt an, der andere schreibt. Im Grunde kann man die Erfassung wie eine Art Inventur, jedoch in drei Schritten, bezeichnen. Wichtig ist, dass dabei jedes Objekt eine Nummer erhält. Der erste Schritt ist die Erfassung der Exponate nach einer laufenden Nummer, mit der Bezeichnung, Beschreibung, Anzahl und Ort in den Erfassungsbogen. Der zweite Schritt ist der Eintrag in das sogenannte und ausschließlich digital geführte Findbuch gemäß der „Hessischen Systematik“. Abschließender Schritt ist die Dokumentation, die dann schon etwas genauer erfolgt. Dabei werden die Objektbezeichnung, der Einlieferer, eine Beschreibung und auch die Geschichte des Stückes festgehalten. Wichtig dabei ist auch die Zustandsbeschreibung oder ob es sich dabei um eine Spende oder einen Kauf handelt. Die Mitglieder des HGV haben dabei auch das Ziel, von jedem Teil ein Foto anzufertigen. Auch nicht angenommene Objekte müssen dokumentiert werden. Die Katalogisierung sei deshalb nötig, weil nachrückenden jüngeren Generationen des HGV irgendwann bestimmte Handwerkszeuge und deren Funktionen für alte Berufe nicht mehr bekannt seien, betonte Uwe Kipp. „Wenn wir nicht das alte Wissen aufschreiben, solange es noch Menschen gibt, die uns über solche Dinge Auskunft geben können, wird unsere nachfolgende Generation nichts mehr mit den Exponaten anfangen können“. hn

HGV2

HGV6

Einer sagt an, der andere schreibt. In Zweier-Teams arbeiten sich die Mitglieder des HGV durch die Exponate der Heimatstube.

HGVFindbuch

Alle erfassten Daten werden in das "Findbuch" gemäß der Hessischen Systematik eingegeben.

Fotos Herma Niemann