Heimat- und Geschichtsverein

von 1984 Gittelde e.V.

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HGV ehrt Gründungsmitglieder

Der Heimat- und Geschichtsverein Gittelde ehrte auf seiner
Jahreshauptversammlung seine Gründungsmitglieder
 
(hn) Über eine rege Teilnahme konnte sich der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) Gittelde am vergangenen Freitag freuen. Bis auf den letzten Stuhl war der Gemeinschaftsraum im Gemeindezentrum besetzt. „Der HGV ist ein aktiver Verein, der nicht nur in sich, sondern durch die zahlreichen Veranstaltungen auch nach außen in der Gemeinde wirkt“, sagte der Bürgermeister Harald Dietzmann in seinem Grußwort.
Das, was der Verein auf die Beine stelle, bezeichnete Dietzmann als beispielgebend. Besonders hob er das Buch „Gittelder Pfennige“ von Uwe Kipp hervor, das er als ein inhaltsreiches und hervorragendes Werk bezeichnete, das die Gittelder Geschichte beleuchtet. „Um die Zukunft des Vereins mache ich mir keine Sorgen“, betonte der Bürgermeister, denn das zeige schon das große Interesse an dieser Versammlung. Der erste Vorsitzende Olaf de Vries berichtete über die Aktionen des vergangenen Jahres, wie unter anderem  den Tag der offenen Tür oder den Nachmittagsrundgang mit Vortrag zu den Gittelder Apotheken, die alle erfolgreich gewesen seien. Seit einem Jahr habe er nun das Amt des ersten Vorsitzenden inne. „Es war aufregend, alles gut geklappt, aber auch weil ich ein eingespieltes Team an meiner Seite habe“, so de Vries.
Im weiteren Verlauf berichtete Harald Hartje über die geplante Tagesfahrt nach Quedlinburg am Samstag, dem 20. Mai. In zwei Gruppen werde man mit zwei Stadtführern die Stadt erkunden und eine Pause bei Kaffee und Kuchen einlegen, bevor es anschließend nach Derenburg geht, wo man die Glasmanufaktur besichtigen werde. Gegen 18.30 Uhr werde man wieder zuhause sein. Die Fahrt kostet 23,00 Euro. Uwe Kipp informierte über den geplanten Klönnachmittag am 25. März, an dem der Autor das Buch „Die Herren von Gittelde“ vorstellen wird. Zugegen wird auch der Braunschweiger Geschichtsverein sowie der Arbeitskreis Niedersächsischer Heimatforscher sein.
Außerdem berichtete der erste Vorsitzende, dass am 26. August wieder der Handwerkermarkt stattfinden werden. Bereits 17 Aussteller hätten sich angemeldet. Wer auch Interesse hat, sein besonderes Hobby vorzustellen, könne sich beim HGV melden.
An diesem Abend ist der HGV auch dazu übergegangen, eine Neuerung bei den Ehrungen vorzunehmen. Ab sofort sollen keine Jubiläen wie Geburtstage und Hochzeiten geehrt werden, da hier das Risiko bestehe, dass diese vergessen werden, so de Vries. Vielmehr werde ab sofort die jährliche Treue zum Verein über die Mitgliedschaft geehrt. Aus diesem Grund ehrte der HGV an dem Abend die Gründungsmitglieder, die noch dem HGV angehören.
 
Anmeldung und Auskunft zu der Tagesfahrt nach Quedlinburg bei Harald Hartje unter den Telefonnummer 0170-2950033 oder 05327-5149.
 
Geehrte Gründungsmitglieder des HGV:
Magdalene vom Bruch, Manfred von Daak, Helge Güttler, Thomas Kaufmann, Arnold Knauer, Christa Koch, Hermann Koch, Irmgard Lagershausen, Günther Vokuhl
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Fotos: Herma Niemann

Neue Schilder weisen auf historische Gebäude hin

Der Heimat- und Geschichtsverein Gittelde hat die Schilder an markanten Gebäuden in der Ortschaft durch neue ersetzt

Gittelde (hn). Vor kurzem haben Werner Hartmann und Lotte Luck vom Gittelder Heimat- und Geschichtsverein (HGV) 18 neue Schilder an markanten Gebäuden in Gittelde ausgetauscht und durch neue ersetzt.

Ende der 1980er Jahre hatte der HGV die Schilder erstmalig angebracht, um auf für den Ort bedeutsame historische Einrichtungen hinzuweisen. Die Schilder wurden unter anderem an der ehemaligen Schule, der Eisenfaktorei, Kirchen, Apotheken, der Post, dem alten Brauhaus und der Alten Försterei angebracht und führen auch die alten Versicherungen, die sogenannten ASS. Nummern, sowie historische Daten und Informationen über die Bewohner, deren Berufe oder andere Tätigkeiten auf. Die Tafeln waren inzwischen in die Jahre gekommen und zum Teil nur noch schwer lesbar gewesen, erklärt der erste Vorsitzende des HGV Olaf de Vries. Das läge zum einen an dem witterungsbedingten Verblassen, aber auch daran, dass die alten Schilder in Frakturschrift verfasst worden seien, die heute kaum noch jemand lesen könne. Zudem ist das Gittelder Wappen jetzt farblich abgesetzt worden. Das Anliegen, die Schilder zu erneuern sei schon lange in den Protokollen der Vorstandssitzungen aufgetaucht. „Umso schöner, dass es dieses Jahr mit Hilfe aller Vorstandskollegen und des Mitglieds Dirk Grope geklappt hat“, so de Vries.

Werner Hartmann und Lotte Luck bringen die neuen Schilder des Heimat- und Geschichtsvereins an (Foto: Herma Niemann).

Von der Hochzeit Gitteldes als globaler Marktplatz

Das Münz- und Marktrecht verlieh Gittelde einen bedeutenden Status. Uwe Kipp hat die Historie anhand der Gittelder Münzen aufgearbeitet, in die Geschichte eingeordnet und in seinem ersten Buch anschaulich beschrieben

Gittelde (hn). „Gittelde, diesen kleinen, beschaulichen Ort am westlichen Harzrand, in Verbindung zu bringen mit einer international operierenden Handelsmetropole wie Frankfurt am Main, New York oder London mit ihren Börsen und Bankenvierteln, wird sicherlich zunächst befremdlich wirken ….“,

so der Anfang des Buches von Uwe Kipp mit dem Titel „Gittelder Pfennige“, das im Eigenverlag durch den Heimat- und Geschichtsverein Gittelde (HGV) am 1. Dezember erscheinen wird. Kipp ist Sprecher eines Dreier-Teams des HGV, das die Aufgaben des Ortschronisten gemeinsam wahrnimmt.

Tatsächlich ist es aber so, dass man in der über 1000jährigen Geschichte des Fleckens eine Epoche entdecken kann, in der Kaufleute aus fernen Ländern nach Gittelde kamen, ihre Luxuswaren anboten und kauften und dafür mit „Gittelder Geld“ bezahlten. Die Anfänge dieser bedeutsamen Entwicklung reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück. Eine bedeutende Rolle spielt dabei das Münzprägerecht, das Adeligen Münzherren oblag, die wiederrum auch ein bedeutendes Rädchen der deutschen und europäischen Geschichte waren.

Eine Veröffentlichung in Buchform sei zunächst gar nicht geplant gewesen, berichtet Uwe Kipp in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Jedoch habe er schon seit dem Jahr 2008 Aufsätze verfasst, die sich einem Einzelthema aus der Gittelder Münzprägung widmen sollten. Die Initialzündung sei der Tag der offenen Tür des HGV im vergangenen Jahr gewesen, der aufgrund der großen Nachfrage für zwei weitere Tage wiederholt wurde. Viele Besucher hätten damals den Wunsch geäußert, etwas zum Nachlesen mitnehmen zu können, was es leider nicht gab. Daraus sei dann das Vorhaben entstanden, aus den bestehenden Aufsätzen und Skripts zu den Vorträgen, die Uwe Kipp in Gittelde, Badenhausen und Osterode gehalten hat, ein Buch zu machen. Seine Aufsätze seien jedoch schon viel früher entstanden, nämlich bereits 2008 als er das Münzensammeln begann.

Obwohl das Buch für Münzkundler einen vollständigen und streng konsolidierten Katalog zur Verfügung stellt, ist es in erster Linie für diejenigen geschrieben, die sich für die frühe Gittelder Ortsgeschichte aus Sicht der Münzstätte und ihrer Münzherren interessieren. „Um die Geschichte der ersten 200 Jahre nach der Ersterwähnung zu ergründen, stehen lediglich eine Handvoll Urkunden, ein paar Ausgrabungen und eben diese Gittelder Münzen zur Verfügung“, so der 55-Jährige. Im Gegensatz zu vielen anderen Publikationen, die größtenteils Zeichnungen aus dem 19. Jahrhundert verwenden, sind in seiner Chronik bis auf zwei Ausnahmen alle Gittelder Münzen in Form von Fotos abgebildet.

Das Buch „Gittelder Pfennige“ von Uwe Kipp kostet 9,50 Euro und ist ab dem 1. Dezember erhältlich im Kiosk bei Marion Hauck, in Lücks Laden, bei Horst Ahrens (Winkelstraße 3), Karola Hennig (Thüringer Str. 122/Teichhütte), beim Autor Uwe Kipp (Hahnenberg 4) sowie bei jedem anderen Vorstandsmitglied des HGV und unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

In seinem ersten Buch „Gittelder Pfennige“ beschreibt Uwe Kipp vom Gittelder Heimat- und Geschichtsverein die große Bedeutung Gitteldes als damals global operierender Markt für Luxusgüter. 

Einblicke in 170 Jahre Postgeschichte

Viele Besucher nutzten den Tag der offenen Tür des HGV, um sich über die Gittelder Postgeschichte und die weiteren Exponate in der Heimatstube zu informieren.

Gittelde (hn). Über zahlreiche Besucher konnte sich der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) Gittelde am Sonntag freuen. Von 13 bis 17 Uhr hatte der HGV zum Tag der offenen Tür mit der Sonderausstellung zum Thema „Gittelder Postgeschichte“ von Wolfgang Schubert eingeladen, seine Sammlung wurde bereits zweimal mit Gold und zweimal mit Silber von offiziellen Juroren des Landes Niedersachsen ausgezeichnet.

Die beeindruckende Sammlung zeigt original gelaufene Briefe und Stempel aus allen Epochen der Gittelder Postgeschichte. Mit dem Sammeln begonnen habe Schubert in den 1970er Jahren, wobei es immer schwierig sei, vom eigenen Ort Briefe zu finden. Denn diese wurden ja folglich immer aus dem Ort heraus geschickt, wie er sagte. Die meisten Briefe waren in früheren Zeiten Dienst- und Kirchenbriefe des Kirchenkonsistoriums Wolfenbüttel, also Briefe, die von Amt zu Amt gingen, von einem Boten transportiert wurden und deshalb auch Reihebotenbriefe hießen. Der Brief wurde an den Adressaten geliefert, der diesen las, wieder verpackte und diesen weiter auf die Reise schickte. Die erste Poststrecke im Jahr 1634 verlief von Hamburg bis nach Frankfurt am Main, wobei auch Gittelde einen strategischen Punkt auf dieser Strecke darstellte. 

In diesem Jahr wurde Gittelde das erste Mal postalisch erwähnt, so Schubert beim Rundgang durch seine Ausstellung. Damals habe es noch keine Briefmarken gegeben. Ort und Datum seien zunächst in roter Tinte und später in schwarz-roter Tinte geschrieben worden. Im Jahr 1846 wurde die Postwärterei in die eine Postexpedition umgewandelt, seitdem gab es die ersten Stempel mit der Ortsangabe Gittelde. Die ersten Briefmarken kamen erst in den 1850er Jahren heraus.

Bei den Exponaten seiner Sammlung handele es sich um Liebhaberstücke. „Die Reihebotenbriefe aus 1844 sind Unikate, weil sie so selten sind“, so Schubert. Zu seiner Sammlung gehört auch eine beachtliche Anzahl von Ansichtskarten, die Gittelde und Teichhütte im Wandel der Zeit zeigen.

Als langjähriger Post-Hauptsekretär zeigte sich der Gittelder Richard Ulbrich begeistert über die umfangreiche Ausstellung, die tolle Exponate und alte Briefe zeige, wie er sagte. Zudem konnte er auch über einige Anekdoten aus der Gittelder Postgeschichte berichten. So habe es zum Beispiel früher zwar Hausnummern gegeben, die jedoch noch nicht so gut und übersichtlich sortiert waren wie heute. Wenn nun ein Zusteller aus Seesen Vertretung in Gittelde machen musste, kam es nahezu täglich vor, dass dieser sich auf dem Postamt in der Bahnhofstraße nach den Empfängern und dem Weg dorthin erkundigen musste, um die Briefe auch zustellen zu können.

Bild oben: Auf der ersten Poststrecke im Jahr 1634 von Hamburg nach Frankfurt am Main war Gittelde ein strategischer Punkt.

Liebhaberstücke und Unikate: Reihebotenbriefe aus dem Jahr 1844.

Für das leibliche Wohl bewirtete der HGV seine Gäste mit Kaffee und leckerem selbstgebackenen Kuchen.

Lotte Luck, Wofgang Schubert, Uwe Kipp und Olaf de Vries bei der offiziellen Ausstellungseröffnung in der Heimatstube des HGV.

(Fotos: Herma Niemann)

 

Ein Dankeschön aus Michigan / USA

Bruer

Bruer aus Michigan  Judy und Paul Bruer zu Besuch in der Heimatstube

Gittelder Postgeschichte

 

 Anlässlich des 170. Jubiläums der Gittelder Postgeschichte lädt der Heimat- und Geschichtsverein am 9. Oktober zum Tag der offenen Tür ein

Gittelde (hn). Den meisten wird bestimmt nicht bekannt sein, dass sich zum 1. Oktober dieses Jahres die Einrichtung des ersten Postamts in Gittelde zum 170. Mal jährt.

Aus diesem Anlass präsentiert der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) Gittelde an seinem traditionellen Tag der offenen Tür am Sonntag, dem 9. Oktober ab 13 Uhr eine Sonderausstellung zum Thema „Gittelder Postgeschichte“.

Die Anfänge der Post im Deutschen Reich geht zurück auf ein System der Nachrichtenübermittlung, das König Maximilian I. im Jahre 1490 einführte, wie Uwe Kipp vom HGV berichtet. Der König setzte Reiterstafetten ein, die an bestimmten Stationen, meist in Herbergen, ihre Pferde austauschten oder auch nur die Nachrichten weitergaben. „Dieses teure System nutzte er aber nur, wenn eilige Briefe in großen Mengen anfielen, beispielsweise anlässlich von Reichstagen“, so Kipp. Die Gründung des neuzeitlichen Postwesens geht auf den Postvertrag zwischen Philip des Schönen und Franz von Taxis aus dem Jahr 1505 zurück, obwohl diese Post anfangs nur königlichen Zwecken vorbehalten war. Erst 1530 wurde die Post der Allgemeinheit zugänglich.

Die Reichspost wurde von Anfang an von Postmeistern aus dem Hause Thurn und Taxis geführt. Neben der Reichspost etablierten sich auch Landesposten. Herzog Heinrich Julius von Braunschweig richtete 1589 eine Landespost ein, die von Wolfenbüttel über Seesen, Herzberg, Gotha, Coburg nach Bamberg führte und Gittelde berührte. Die Post aus Gittelde musste aber in Seesen aufgegeben werden. Die erste postalische Erwähnung Gitteldes fällt in die Wirren des 30jährigen Krieges.  1633 richtete der von dem schwedischen König Gustav Adolf eingesetzte Postmeister Johann von den Birghden eine Postlinie mit 20 Wechselstationen von Frankfurt nach Hamburg ein. Nach einem Schreiben von Herzog Friedrich Ulrich von Braunschweig an den Amtmann in Peine war in Gittelde eine dieser Wechselstationen. Knapp Hundert Jahre später erhielt Gittelde eine Postwärterei, in der die Post abgegeben werden konnte. Die Briefe mussten aber fast ausnahmslos über Seesen weitergeleitet werden, was ein Zusatzporto von 6 Pfennigen. bedeutete. Erst am 1. Oktober 1846 wurde die Postwärterei in eine Postexpedition (Postverwaltung) umgewandelt. Ab diesen Zeitpunkt tragen die Briefe Stempel mit Ortsangabe und Datum.

Die Sonderausstellung zeigt die mehrfach preisgekrönte Heimatsammlung Wolfgang Schuberts mit original gelaufenen Briefen und Stempeln aus allen Epochen der Gittelder Postgeschichte seit Einrichtung der Postwärterei bis in die Neuzeit mit zahlreichen Informationen rund um die Postgeschichte Gitteldes.

Doppelkreisstempel der Postexpedition Gittelde mit handschriftlicher Datumsangabe in schwarzer Tinte aus dem Jahr 1849. (Foto: Verein)