Heimat- und Geschichtsverein

von 1984 Gittelde e.V.

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Einblick in Gotteshäuser und Glaubensgemeinschaften

Der Heimat- und Geschichtsverein hatte zum traditionellen Historischen Spaziergang durch Gittelde eingeladen.

Gruppe1

Rund 25 Teilnehmer waren zum Historischen Spaziergang des Heimat- und Geschichtsvereins Gittelde gekommen.

Gittelde. Trotz des eher schlechtes Wetters hatten sich am Samstag rund 25 Interessierte zusammengefunden, die an dem inzwischen traditionellen Historischen Spaziergang des Heimat- und Geschichtsvereins Gittelde (HGV) teilnahmen. Diesmal ging es in dem rund anderthalbstündigen Rundgang um die „Gittelder Gotteshäuser“. Beginn der Tour war am ehemaligen Gasthaus „Kronprinz“ in der Thüringer Straße. Wie Uwe Kipp berichtete wurde der Saal des Landgasthauses bereits im Jahr 1927 von der Neuapostolischen Gemeinde Gittelde für Gottesdienste genutzt. In den Nachkriegsjahren nutzte die Neuapostolische Kirche Räume in der oberen Schule, aber auch die St. Mauritius-Kirche wurde genutzt. Um 1947 habe die Gemeinde aus 46 Mitgliedern, darunter 15 Kinder, bestanden. Im Jahr 1953 habe die Neuapostolische Gemeinde ihre eigene Kirche einweihen können. Diese entstand in der Neuen Straße 7. Inzwischen sei die Kirchengemeinde aus 116 Mitglieder angewachsen, was zu dem Zeitpunkt auch der Höchststand gewesen sei. 1986 zog die Neuapostolische Kirche in den Neubau in der Ostlandstraße. Vor einigen Jahren wurde das Gebäude an eine Gittelder Familie verkauft, die seitdem den Ort für ihre Oldtimer-Sammlung benutzen. Nach der Besichtigung des Gebäudes ging es für die Gruppe weiter zur St. Johannis-Kirche. Dort konnten die Teilnehmer auch einen Einblick in das Innere des Kirchengebäudes werfen. Die Kirche geht auf die Kapelle des liudolfingischen Kaiserhofs zurück und soll um 850 entstanden sein. Damit sei sie das älteste Gotteshaus in Gittelde und lag damals im Zuständigkeitsbereich des Erzbistums Mainz. Im Jahr 1240 sei die Kirche noch als Kapelle des Kaiserhofs bezeichnet worden. Erst im Jahr 1386 sei sie mit dem Namen St. Johannis bezeichnet worden. Wie Kipp berichtete, werde angenommen, dass ihr ältester teil, der Turm, als Wehrturm angelegt worden sei. Nach Einführung der Reformation in 1542 habe es zwei Kirchengemeinden mit getrennter Vermögensverwaltung, jedoch in einem Pfarramt gegeben. In den Jahren 1972/73 habe die Kirche eine Renovierung erfahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie hauptsächlich für Beerdigungen benutzt, und ihr baulicher Zustand im Inneren sei inzwischen unzumutbar geworden. Damals habe man auch festgelegt, dass auch die Außenfassade eine Erneuerung erhalten sollte. Diese Renovierung habe leider bis heute nicht stattgefunden. „Ein Höhepunkt der Johannis-Kirche sind die Bleiglasfenster, die Carl Lagershausen 1905 als Dankesopfer gewidmet hat“, so Kipp. Die drei Fenster stellen das Lamm Gottes, Johannes und Jesus dar. Danach ging es in die St. Mauritius-Kirche. Die Mauritiuskirche entstand wahrscheinlich nach 965. Zu dem Zeitpunkt verlieh Otto den Gitteldern das Münz- und Marktrecht und übertrug dem Mauritiuskloster die Einkünfte. Der Markt wurde von hier aus organisiert. Die Mauritiuskirche dürfte als Zeichen der Präsenz der Magdeburger Mönche ab 965 errichtet worden sein. Die Kirchengemeinde feierte 2015 das 1050 jährige Bestehen.. Das Gelände, der ehemalige Wirtschaftshof Billings, gehörte dem Moritzkloster bereits seit 953, dem Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung Gitteldes. 1336 stiftete Heinrich von Duderstadt (Heinrich von Griechenland, der Sohn Heinrichs des Wunderlichen) der Kirche eine Glocke, die bis heute erhalten geblieben ist. Am Ende des Spaziergangs hatte der Vorsitzende des HGV, Olaf de Vries, alle Teilnehmer im Namen des Vereins zu einen kleinen Imbiss auf dem Alten Schulhof eingeladen. hn

Foto Herma Niemann