Heimat- und Geschichtsverein

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Die Standorte der Gittelder Apotheken

 

Der Heimat- und Geschichtsverein hatte zu einem Rundgang durch Gittelde auf den Spuren der Apothekengeschichte eingeladen. Dabei genossen rund 50 Interessierte das Wetter und die Vorträge von Uwe Kipp

Gittelde (hn). Die Geschichte der Gittelder Apotheke reicht zurück bis ins Jahr 1688, wodurch sie zu einer der ältesten Landapotheken im ehemaligen Land Braunschweig zählt.

Um diese Historie interessierten Bürgern näherzubringen, hatte am vergangenen Samstag der Gittelder Heimat- und Geschichtsverein (HGV) zu einem historischen Spaziergang zu diesem Thema eingeladen. Der Treffpunkt war an der heutigen St. Barbara Apotheke, wo sich bei bestem Wetter fast 50 Einwohner einfanden. Dort begrüßte der erste Vorsitzende Olaf de Vries die Anwesenden und drückte seine Freude darüber aus, dass diese spontane Idee so gut angenommen wurde.

Anschließend übernahm Uwe Kipp die Führung über die Planstraße, Breite Straße und über die Lange Straße bis hoch zur Heimatstube. Dabei erfuhren die Teilnehmer, dass es seit dem Jahr 1688 eine Apotheke in Gittelde gibt, die jedoch in der Zwischenzeit viermal ihren Standort wechselte. Die erste Apotheke befand sich in der Breiten Straße 17 und wurde durch den Apotheker Wedemeier eröffnet. Beim großen Brand im Jahr 1718 wurde die Apotheke zerstört. Eine neue entstand im Jahr 1725 in der Langen Straße 12, die von Johann Hermann Seemann geführt wurde. Nach dessen Tod, wurde diese von seinem Sohn weitergeführt. In den Folgejahren wurde die Apotheke von zahlreichen Nachfolgern weiterbetrieben, bis diese im Jahr 1888 von Gustav Feldmann in die Planstraße 13 verlegt wurde.

Seit dem Jahr 1956 steht die Apotheke an ihrem heutigen Platz in der Planstraße 18. Schon im Jahr 1953 wurde diese anlässlich der 1000-Jahrfeier in St. Barbara Apotheke umbenannt. Heutiger Inhaber ist die Familie Pokriefke, langjähriger Vorgänger mit 37 Dienstjahren war Walter Fischer. Aber auch über die zahlreichen Vorbesitzer konnte Kipp einiges Skurriles berichten. So wurde bei einem Apotheker „Delirium tremens“ (Säuferwahnsinn) festgestellt, sodass die Apotheke von Amts wegen geschlossen werden musste. Adolf Wilhelm Leube wiederum galt als Sonderling, da er Zeit seines Lebens die wunderliche Idee hatte, eine Flugmaschine zu erfinden. Da er seine Pläne 1871 dem Kriegsministerium zukommen ließ, wurde das herzogliche Obere Sanitäts-Collegium Braunschweig dazu aufgefordert, Leubes Geisteszustand zu untersuchen.

Weiter berichtete Uwe Kipp, dass es heute 21.500 Apotheken in Deutschland gibt. Weiter berichtete Kipp, dass die älteste Apotheke die Löwenapotheke in Leipzig ist, die im Jahr 1409 eröffnet wurde. Nach dem rund 45 minütigem Rundgang erntete Kipp viel Beifall für seine detaillierten und humorvollen Ausführungen.

Angekommen auf dem alten Schulhof bei der Heimatstube, gab es für alle kühle Getränke und Bratwürstchen, die der HGV spendierte.

Fast 50 interessierte Gittelder lauschten den Vorträgen von Uwe Kipp über die Geschichte der Gittelder Apotheke.

Nach dem Rundgang spendierte der HGV kalte Getränke und Bratwürstchen. (Foto: Herma Niemann)