Heimat- und Geschichtsverein

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Schlachteessen beim Heimat- und Geschichtsverein

Am 16. November hatte der Heimat- und Geschichtsverein zu einem zünftigen Schlachteessen ins Gemeindezentrum eingeladen. Alle Gäste ließen sich im bis auf den letzten Platz gefüllten Gemeindezentrum nicht nur die deftige Schlachtesuppe sondern auch die leckere Stümpelwurst schmecken. Nach dem Essen blieb man noch ein paar Stündchen bei netten Gesprächen zusammen und war sich einig, dass diese Veranstaltung unbedingt wiederholt werden müsse.

Wertvolles Siegel für Heimatstube

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v.l.: Die zweite Vorsitzende Lotte Luck und der Vorsitzende Olaf de Vries mit Wolfgang Böhm und seiner Frau

Seltenes Handwerkssiegel aus privater Sammlung bereichert jetzt die Ausstellung

Ein weiteres wertvolles Exponat bereichert seit kurzem die Heimatstube des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV) Gittelde. Denn am vergangenen Sonnabend konnte der Vorsitzende Olaf de Vries ein Petschaft, ein sogenanntes Handwerkssiegel, von Wolfgang Böhm aus Fuldabrück bei Kassel entgegen nehmen.

Ein Petschaft (das Petschaft, fälschlich auch die Petschaft) ist ein Stempel aus einem harten Material, der geeignet ist, ein Siegel in eine Siegelmasse (zum Beispiel Siegellack) einzudrücken. Ein solches herzustellen, oblag früher einem eigenen Beruf, dem Petschierer.

Das Petschaft ist dabei von üblichen (Siegel-)Stempeln für Papier zu unterscheiden, die das Siegel auf einer gummiartigen Fläche tragen, die über ein Stempelkissen mit Farbe benetzt wird. Anschließend wird solch ein Stempel auf das Papier gedrückt und hinterlässt dort ein Abbild des Siegels.

Dieses übergebene Siegel aus dem Jahr 1745, das Wolfgang Böhm zusammen mit einer großzügigen Spende überreichte, trägt die Umschrift „Die Zimmer undt Schiwegd in Gittelde-Handtwercksigel“, also „Die Zimmerleute und Schieferdecker in Gittelde-Handwerkssiegel“.

Wolfgang Böhm wurde im zweiten Weltkrieg aus Kassel evakuiert und kam zu Verwandten nach Gittelde, wo er in Zenkers Haus in der Breiten Straße wohnte. Böhm ging auch in Gittelde zur Schule. Nachdem sein Vater aus der Kriegsgefangenschaft heimgekommen war, zog die Familie wieder zurück nach Kassel.

„Ich habe an Gittelde noch viele schöne Erinnerungen“, so Böhm, sodass er irgendwann den Entschluss fasste, sein vor längerer Zeit erworbenes Siegel dem HGV für die Ausstellungsräume zur Verfügung zu stellen. Dieses Angebot nahm der HGV nur zu gern an, da dieses außergewöhnliche Siegel jetzt eine bisher unterrepräsentierte Epoche der Ausstellung ausfüllen wird.

Bei der Verwendung eines Petschaft gibt es kein Stempelkissen. Ein Petschaft besteht aus einem harten Material, in das ein Siegel eingraviert ist. Es wird in eine zuvor aufgetragene, weiche Masse wie Wachs oder warmer Siegellack gedrückt und hinterlässt dort einen meist erhabenen Abdruck des Siegels.

Petschafte finden heute vor allem in Bereichen mit starkem Geheimnisschutz, insbesondere dem militärischen Bereich, Verwendung. Während ein Schlüssel für einen Schrank oder eine Kassette weitergegeben oder auch nachgefertigt werden kann, ist das Petschaft einer bestimmten Person zugeordnet und darf nicht aus der Hand gegeben werden.

Oftmals ist ein modernes Petschaft nur mit einem sehr kurzen Stiel versehen, der gerade zwischen zwei Fingerkuppen passt. Oft ist der Stiel auch mit einem Loch versehen, um das Petschaft am Schlüsselbund zu befestigen.

von Herma Niemann

 

Mitglieder des HGV trafen sich zum Arbeitseinsatz an der Heimatstube

Einige Mitglieder des HGV trafen sich zum Arbeitseinsatz an der Heimatstube, um dem Holzwurm, der zahlreiche Exponate im Stall befallen hatte, den Kampf anzusagen.

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Einblicke in die Schule von früher

Die dritten Klassen der Grundschule Gittelde machten einen Ausflug in die Heimatstube und erfuhren viel Interessantes über das frühere Schulleben.

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Gittelde. „Das sieht ja aus wie im Mittelalter“, rief ein Junge gleich humorvoll bei der Ankunft vor der Heimatsstube des Heimat- und Geschichtsvereins Gittelde (HGV). Im Rahmen ihres Unterrichtsthemas „Schule früher und heute“ machten die beiden dritten Klassen am Montag und Mittwoch einen Ausflug in die Heimatsstube, um Einblicke in das Schulleben von früher zu erfahren und die Unterschiede zum heutigen kennen zu lernen. Ausgestattet mit Block , Stift und ganz vielen Fragen wurden die beiden Klassen jeweils in Zweiergruppen aufgeteilt durch die Räume der Heimatstube, in der früher die Schule war, geführt. Die Führungen übernahmen die Mitglieder des HGV Werner Hartmann, Klaus Starfinger, Brunhilde Nickisch, Karola Hennig und Horst Ahrens. Am Mittwoch begrüßte Ahrens die Klasse 3b vor dem ehemaligen Schulgebäude, wo er den Schülern sogleich etwas ganz besonderes erzählen und zeigen konnte, nämlich dass die Riefen an der Außenwand daher rühren, dass man früher Griffel zum Schreiben benutzte. Da es jedoch keine Anspitzer gab, habe man die Griffel an der Hauswand angespitzt, so Ahrens. Im ersten Innenraum durften sich die Kinder gleich auf die hölzerne Schulbank setzen und sich die Schulutensilien von früher, wie die Brottasche, Ranzen und Tuschkasten, genauer ansehen. Ein bisschen hart und eng sei es auf der Bank, sagten die Schüler, fanden die Aktion aber dennoch gut. Die Fragen hatten sie sich bereits vorher im Unterricht notiert , und konnten diese nun bei Horst Ahrens los werden, wie etwa, wie lang so ein Schultag früher war, wie lang der Schulweg war und ob es wirklich früher Ohrfeigen vom Lehrer gegeben habe. Dazu berichtet Ahrens, dass man früher noch sehr großen Respekt vor den Lehrern hatte und diese auf der Straße am besten schon von weitem gegrüßt hatte. Ohrfeigen habe es des Öfteren gegeben, wenn man etwas falsch gemacht oder sich respektlos verhalten habe. „Ich selbst habe etliche Ohrfeigen bekommen“, so Ahrens humorvoll „aber wahrscheinlich war jede davon berechtigt“. Im Nebengebäude der Heimatsstube konnten sich die Schüler die landwirtschaftlichen Geräte und die alten Küchengeräte anschauen, und erhielten so einen Einblick wie früher gekocht, Kuchen gebacken und gearbeitet wurde. Hier berichtete Werner Hartmann unter anderem darüber, wie man selbst Butter herstellte, nämlich durch das Trennen von Milch und Sahne, die anschließend in ein Butterfass geschüttet und so lange gedreht oder gerührt wurde, bis diese fest war und anschließend gepresst wurde.hn

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Sehr interessiert zeigten sich die dritten Klassen der Grundschule bei der Erkundung der Heimatstube des Heimat- und Geschichtsvereins Gittelde

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Selbst mal auf einer alten Schulbank zu sitzen und Einblicke in das frühere Schulleben zu gewinnen hat den Schülern besonders gut gefallen

(Fotos: Herma Niemann).